Eine Frage des Stils

Anfang Januar waren wir in Strasbourg. Außer der Erkenntnis, dass mein Schul-Französisch nicht mehr so viel taugt, musste ich mein über die Jahre gefestigtes Bild der Frankreicher in Punkto Mode komplett sanieren. Beim Schüleraustausch 1994 im dörflichen Gefilde hatten noch ALLE Franzosen Jogginghosen an, während ich bunte Jeans zu DocMarten’s trug (naja, auch wieder im Kommen).
Aber: in Strasbourg 2012 waren nahezu alle Einheimischen auffallend chic gekleidet und waren schön anzusehen. Und wer fiel negativ 100 m gegen den Wind auf? Ja, die Deutschen mit ihren gelb-schwarzen Funktionsjacken von Jack Wolfskin und ihren Gore-Tex-Wanderstiefeln. Vielleicht hatten sie in ihren Funktions-Rucksäcken ja auch einen Gaskocher, einen Leatherman und eine Dose Ravioli dabei. Wer weiß, man muss in einer Stadt ja auf alles vorbereitet sein!

Was bleibt?

Zeit, mich zu entscheiden, ob der Blog Zukunft hat. Wer liest heutzutage noch so ein Ding? Aber ich muss zugeben, ich blättere gerne in Blogs, ich bin eben altmodisch.
Seit Juni ist viel passiert, das Familienleben ging in die nächste Runde: neues Schuljahr, das Leben mit 4 Kindern wird immer wieder neu organisiert. Kein großer Urlaub, aber dafür gemeinsame Ausflüge, gemeinsames Lachen und Weinen und wenige, besondere Tage zu zweit. Wenn der Alltag wenig Zeit lässt für entspannte Momente, werden kurze Augenblicke zu kleinen Oasen. Und jetzt haben wir einen verregneten Winter und ich schreibe weiter.

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Der Gipfel

Die Alpen sind ja aus Gründen des Konsums ein einziger Spielplatz bzw. ein bauliches Monument aus einem Netz von Stahlträgern, Skilifts, Funktürmen und Vergnügungsstationen. Deshalb überraschte mich die Aussicht auf dem Gipfel des „Geisterberges“ bei St. Johann auch nicht mehr. Da der Berg ohne den Einfluss von Menschenhand anscheinend zu langweilig war, kam ein findiger Österreicher auf den Schluss zu sagen: „Der Berg an sich isch scho nix Bsonderes, loss uns ein Thema findn, z.B. Gschpenster, und des Ganze groß aufziehn mit Themenpark und allem drum und dran. Wos no? Natüalich brauchma no an Song über unser Maskottchen, den Spuki! Passt scho!“
Da ich mich nach anfänglicher Krankheitsphase mit Spuki und seinen Freunden gut auskenne, war der Ausflug und das Tamtam nun wirklich nichts weltbewegendes Neues.

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Austria

„Passt scho!“ heißt hier in der Eingeborenensprache soviel wie „Danke! Bitte! Gut! Schlecht! Schön! Langweilig! In Ordnung! Mittelmäßig! Geht so!“ und kann eigentlich immer gesagt werden. Deshalb verlaufen viele Gespräche unter den Eingeborenen auch auf folgende Weise:
„Na?“
„Passt, gä?“
„Jo, passt scho!“
Sollte man selbst einmal ohne es eigentlich zu wollen in eine derartige Konversation eingebunden werden, empfiehlt es sich, einfach zu sagen: „Nix verstehen!“ Damit ist gleich bekannt, dass man Ausländer ist. Und bitte, immer lächeln, passt scho!

Flachau, A, heute.
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Fotogesichter vom MacBook

Wenn die dunklen Tage ins Land ziehen, darf der Fun und der Spaß nicht zu kurz kommen.

So geht Klettern

Da ich momentan den Anleiterschein fürs Klettern mit Kindern und Jugendlichen mache, übten wir heute. Emilia macht es intuitiv richtig: Arme lang!